Sagen

Sagen und Erzählungen

Die hier aufgeführten Sagen und Erzählungen stellen natürlich bei weitem nicht alle Überlieferungen aus Erlenbach und Tiefenthal dar. Für Ergänzungen bzw. Korrekturen stehen wir natürlich gerne per E-Mail zur Verfügung. 

Das Mohrenhansla

Dort, wo die drei Gemarkungen Erlenbach, Lengfurt und Marktheidenfeld zusammenstoßen, liegt ein großer Grenzstein. Die umliegenden Äcker und der Platz selbst haben den Namen – Mohrenhansla.

An diesen Namen knüpft sich folgende gräßliche Geschichte:


Vor etlichen hundert Jahren lebte in dem Haus Nr. 21 ein reicher Mann namens Hans Mohr. Er war klein von Gestalt und als Geizhals weit und breit bekannt. Einst kam ein unfruchtbares Jahr und mit diesem die Hungersnot. Die Nachbarn hatten schon lange kein Getreide mehr, doch der Mohrenhans, wie er im Volksmund genannt wurde, hatte noch reichlich Vorräte vom letzten Jahr.
Wenn aber ein Nachbar einen Malter Korn haben wollte, so sprach er: Mein Korn geht erst aus dem Haus, wenn der Malter 8 Taler kostet. Selbst Frau und Kinder sind im eigenen Haus verhungert, trotz reichlicher Vorräte die vorhanden waren.
Eines Tages kam nun die Nachricht, dass Getreide aus anderen Gegenden gekommen sei und um den halben Preis verkauft würde. Voll Verzweiflung erhängte sich der Mohrenhans über dem Getreidehaufen. Seine Verwandten begruben Ihn in einer Kirchhofsecke. Aber der Unhold hatte nun im Grabe keine Ruhe. Schon in der ersten Nacht saß er auf der Kirchhofsmauer und streckte den Vorübergehenden die Zunge heraus. Darüber erschraken die Leute so sehr, dass keiner mehr an der Stelle vorüber wollte, weder am Tage noch in der Nacht. Beherzte Männer gruben die Leiche wieder aus und bestatteten sie unweit der Straße am Hammelsberg. Doch hier trieb es der Unhold noch viel ärger. Kam ein Fuhrwerk, so brachten die Pferde den Wagen nicht mehr von der Stelle. Schaute der Fuhrmann nach dem Grund, so saß der Unhold auf dem Wagen, bremste und verschwand dann mit höhnischem Gelächter im Walde. Bald mochte hier kein Mensch mehr vorüber.


Deshalb grub man ihn nocheinmal aus und der Schinder und Schornsteinfeger fuhren die Überreste längs der Grenze zwischen Erlenbach und Lengfurt an den Dillberg. Hinter dem Dillberg, unter dem Grenzstein, wurden die Überreste des garstigen Mannes eingescharrt. Auch hier trieb der Mohrenhansle noch sein Unwesen, bewarf die Leute mit Steinen oder huckte ihnen auf. Wo beim Umtransport etwas vom Wagen gefallen war, entstanden große schwarze Flecken und der Schornsteinfeger musste den Weg nachkehren und das Ganze mit verscharren.

Diese Sage ist noch heute im Volke sehr lebendig. 

Die Sühnekreuze an der Würzburger Straße

Wenn man das Dorf durch das Obertor verlaässt, erblickt man an der linken Straßenseite 3 Steinkreuze in einigem Abstand voneinander nach Art der sogenannten Sühnekreuze.


An zwei von diesen Kreuzen ist eine Sichel bemerkbar.


Die Überlieferung erzählt in glaubwürdiger Weise, dass vor langer Zeit zwei Mädchen hier am Grabenrande zum Futter holen gingen. Jede wollte natürlich das schönste Gras haben und jede arbeitete der Anderen zuvor, wobei zunächst böse Worte fielen, die dann in Zank und Streit ausarteten.


Die eine Magd erregte sich dermaßen, dass sie die Selbstbeherrschung verlor und beide gingen dann mit Sicheln aufeinander lost. Eines der Mädchen ist an den Folgen dieser Schnittwunden gestorben.

Diese Tatsache ist durch die Sühnekreuze für die Nachwelt erhalten geblieben. 

Das Maslesmädel

Zwischen Erlenbach und Karbach liegt ein fruchtbares Fleckchen Erde, von drei Seiten vom Wald umgeben. Die umliegenden Felder und ein Teil des Waldes gehören größtenteils den Karbacher Pfarrherren und tragen im Volksmunde nur den Namen – das Masle. Wie dieser Flurname entstanden ist, wird nicht berichtet.


Doch knüpft sich folgende Sage an diesen Namen:
Vor ungefähr 200 Jahren hatte ein Karbacher Pfarrherr eine Dienstmagd, welche sehr geizig war gegen jeden, für ihre eigene Person aber alles aufwendete und dabei noch sehr hoffärtig war. Den übrigen Dienstboten setzte sie nur schlechtes Essen vor und fälschte sogar die Milch. Bettlern gab sie nur die minderwertigsten Abfälle, sich selbst aber hielt sie wie eine Hofdame. Die Tagelöhner, welche der Pfarrer für die Feldarbeit hielt, bekamen manchen Tags nur trockenes Brot zu essen. Für das unterschlagene Geld kaufte sie sich seidene Kleider und sonstigen Tand.


Zur Strafe für ihre Freveltaten musste sie nun nach ihrem Tode „umgehen“, wie sich der Volksmund ausdrückt. Leute, welche frühmorgens auf das Feld gingen, sahen dies Magd auf den Pfarräckern herumgehen mit einem Korb voller Brot und einem weißen Kopftuch. Nach dem Ackerfeld bekam sie den Namen Maslesmädel.


Zum letzten Mal ist das wandelnde Maslesmädel noch Mitte des 20. Jahrhunderts von zwei Erlenbacher Frauen gesehen worden. Diese waren dahin gegangen um Futter zu holen, da in der Erlenbacher Gemarkung das Futter zu knapp war. Gerade als die beiden Frauen im besten Grasen waren, kam eine Frauengestalt auf sie zu. Da sie aber wegen ihres begangenen Felddiebstahls kein reines Gewissen hatten, wollten sie sich nicht erwischen lassen und versteckten sich in den Büschen. Noch größer war ihr Erschrecken, als sie in der nicht weit von ihnen vorbeigehenden Gestalt das Maslesmädel erkannten.
Das Futter holen verging ihnen und sie eilten voll Schreck nach Hause. Das Maslesmädel hat seit dieser Zeit niemand mehr gesehen. 

Entstehung der 14 Nothelferkapelle

Die Gemarkung Erlenbach ist reich an Kapellen. Der Ursprung der Kapellen entspringt einesteils den Gelübden der ehemaligen Ortseinwohner, andererseits spielen Zweckmäßigkeitsgründe eine bedeutende Rolle. Infolge der weiteren Entfernung ihrer Ackerliegenschaften sind die Leute bei plötzlich eintretenden Gewittern in der Lage, eine in der Nähe liegende Kapelle zum Schutz aufzusuchen, wenn sie sich gerade auf dem Felde befinden.


Wenn man am Friedhof vorbei wandert, den Wege zur Anhöhe nimmt, dem sogenannten Teufel, trifft man auf der Anhöhe oben die 14 Nothelferkapelle. Sie ist der Endpunkt der Bittprozessionen, die von der Kirche bis hierher ihren Weg hin- und zurücknehmen.

Über die Entstehung dieser Kapelle wird folgendes erzählt:


Ein Erlenbacher Bauer hatte eine schwere Fuhre Holz geladen. Als die Pferde merkten, dass es von der Anhöhe nun ab und heimwärts gehe, fielen sie in raschen Trab und es war dem Bauern nicht möglich die Bremse zu ziehen und die Pferde rannten davon, dem Dorf abwärts zu. In seiner Not und Angst rief der Bauer die 14 Nothelfer an und gelobte still, eine Kapelle zu bauen, wenn die Pferde zum halten kommen, ohne ein Unglück zu verursachen.


Am Fuße des Berges bei einer Biegung kamen die Pferde mit ihrer Last in dem Graben zum Stehen, da die Fuhre nun nicht mehr weiter konnte. Weder die Pferde noch irgendeine Person war zu Schaden gekommen.
Der Bauer erfüllte sein Versprechen und baute die noch heute stehende Kapelle. Sie hat bei Unwetter schon vielen Leuten Schutz gegeben. Die Erzählung kann glaubhaft sein und wird von Generation zu Generation weiter in dieser Form berichtet. 

Gedächtniskreuz am Hemmerich

Die Zeit bis zur Beendigung des Krieges 1648 war die Zeit dauernder französischer und schwedischer Einfälle.
Nachher brachen die Türken- und Franzosenkriege aus. Wenn auch unsere Gemeinde als Kriegsschauplatz nicht in Betracht kam; so hatte sie durch fortwährende Opfer an Menschen und Geld schwer zu leiden.
1673 fielen die Franzosen mitten im Frieden, in friedliche Gebiete ein. Ein Gedächtnisstein am Fußweg zwischen Erlenbach und Lengfurt auf der Höhe des Hörst gibt von einer Mordtat der französischen Soldaten Zeugnis.

In deutscher Schriftsprache heißt es wörtlich:


„Anno 1673 den 26. September ist der ehrsame Andreas Schwab von Erlenbach, seines Alters 31 Jahre alt, von den Franzosensoldaten auf dieser Walstadt erschossen und ums Leben kommen, dessen Seele der allmächtige Gott gnädig und barmherzig sei.“
Der Laie kann meist die Inschrift nicht entziffern und doch ist sie sehr leicht zu lesen. Die Buchstaben sind in Elementarschrift gesetzt, willkürlich abgetrennt und ergeben ins Hochdeutsche übersetzt obigen Wortlaut.


Es ist anzunehmen, dass ein Haufen französischer Soldaten das Dorf überfallen wollte, vom dem bezeichneten Schwab das Dorf zum Widerstand gerüstet wurde und er durch irgend einen Zufall oder Verrat in die Hände der Mordbrenner gekommen ist, die ihn hier erschossen haben. Auf der Rückseite des Kreuzes steht die Jahreszahl 1678, in welchem der Stein als Erinnerung an die Mordtat gesetzt wurde. 

Der Schwed am Haus Nr. 65

Fremde, welche unser Dorf durchwandern, bleiben meist vor dem ehemaligen Haus Nr. 65, am Reußenberg, stehen und bestaunen den sonderbaren Mann, der als auffallende Figur in sonderbarer Tracht mit einer langen Pfeife im Munde die Ecke des Hauses ziert.
Dieser Mann stellt einen Schweden dar und ist eine Erinnerung an die furchtbare Zeit von 1631 – 1634, wo der Schwede das Dorf besetzt hatte.


Hier hatte der schwedische Oberst in dem Hause, das früher direkt an der Straße stand, die Schreibstube eingerichtet und den darunter befindlichen Keller als Folterkammer benutzt. Hier soll schrecklich viel Blut geflossen sein.
In neuerer Zeit musste das Haus des Verkehrs wegen abgebrochen und weiter drüben aufgebaut werden. Die Mauerer aber haben den Schweden gegen den Willen des Besitzers doch wieder eingebaut und so ist das geschichtliche Denkmal erhalten geblieben.
Der Sieg der kaiserlichen bei Nördlingen im September 1634 machte der Schwedenherrschaft auch in unserem Dorfe ein Ende.

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